Er ist ein Musikliebhaber und Sänger alten Liedgutes, ein leidenschaftlicher Trachtler aus altem Schrot und Korn, einer der ältesten Bürger Arrachs und somit einer der letzten Zeitzeugen, die noch viel von der „guadn oidn Zeit“ erzählen können. Xaver Eckl, der „Muckn Xaverl“ aus Arrach, konnte vor kurzem seinen 90. Geburtstag in bemerkenswerter Frische feiern. Dazu lud der Jubilar Familie, Verwandte, Freunde und Vereinsabordnungen ins Gasthaus Aschenbrenner ein. Auch Bürgermeister Gerhard Mühlbauer und Pfarrer Johann Wutz ließen es sich nicht nehmen, dem bekannten Arracher ihre Glückwünsche zu überbringen.
Xaver Eckl erblickte am 15. Oktober 1936 in Arrach das Licht der Welt. Dort wuchs er auf der Landwirtschaft seiner Eltern Xaver und Franziska Eckl zusammen mit seinen Geschwistern Herbert, Alois, Anna, Josef und Irmgard auf. Eigentlich hatte er noch zwei weitere Geschwister, die aber leider bereits kurz nach der Geburt verstarben. Wie früher üblich mussten die Kinder schon im jungen Alter auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie mithelfen. Somit war auch Xaver Eckl die Arbeit auf dem Feld und im Stall nicht fremd.
Nach dem Besuch der Volksschule in Arrach absolvierte er die Landwirtschaftsschule. Seine Frau Viktoria, geborene Fischer aus Unterfaustern bei Neukirchen b. Hl. Blut, lernte er bei einem Ball der ehemaligen Landwirtschaftsschüler in Eschlkam kennen. Im Mai 1965 traten die beiden in der Pfarrkirche Haibühl vor den Traualtar und schworen sich ewige Liebe und Treue. Zwei Töchter (Siglinde und Maria) und zwei Söhne (Xaver und Martin) erweiterten die Familie schon bald. Inzwischen zählen neun Enkel sowie seit kurzem auch die beiden Urenkel Louisa und Ben zur Familie. Von seiner Frau Viktoria musste er 2017 leider Abschied nehmen.
Die Landwirtschaft hat der „Muckn Xaverl“ bereits vor vielen Jahren an seinen Sohn Xaver mit Familie übergeben. Einen geruhsamen Ruhestand aber gibt es für den umtriebigen Senior bis heute noch nicht. Die Arbeit auf dem Hof hält ihn fit und gesund, ist er überzeugt. „Mei Hobby is mei Sengst“, gab das Geburtstagskind schmunzelnd über seine Lieblingsbeschäftigung preis. Mit der Sense sieht man ihn regelmäßig auf der Wiese arbeiten, wenn er Ränder, Gräben oder schwer zugängliche Stellen mäht. Ein durchaus schweißtreibendes Handwerk, welches heute nicht mehr viele beherrschen.
Mit einer Abordnung überbrachte die FFW Arrach ihrem langjährigen Mitglied ihre Glückwünsche. Vorsitzender Andreas Lohberger, die beiden Ehrenmitglieder Franz Greil und Franz Aschenbrenner sowie Franz Aschenbrenner jun. erwiesen Xaver Eckl mit ihrem Besuch die Ehre. Seit Mai 1954 ist er Mitglied der Wehr und war bis zum 60. Lebensjahr aktiver Maschinist. Er gehörte auch der Gruppe an, welche im Jahre 1959 das erste Leistungsabzeichen in der Geschichte der Feuerwehr Arrach errang.
Auch der SC Arrach-Haibühl, bei welchem Xaver Eckl seit 1959 Mitglied ist, wurde vorstellig. Es gratulierten Ehrenvorstand Max Reiner, Ehrenmitglied Alois Winter sowie Robert Gierstl. Fußball hätte Xaver Eckl früher gerne selber gespielt, hatte durch die Landwirtschaft aber leider keine Zeit dafür. Nichtsdestotrotz war er als Zuschauer oft mit der Mannschaft unterwegs. „Mit meinem Motorrad bin ich sogar zu den Auswärtsspielen gefahren“, merkt er an.
Beim Trachtenverein D’Riedlstoana zählt Xaver Eckl seit 1953 zu den Mitgliedern. Von Anfang an war er als Plattler aktiv und übte viele Jahre das Amt des Kassenprüfers aus. Beim 80-jährigen Gründungsfest 2007 wurde er wegen seiner vielfältigen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Die Glückwünsche der Trachtler überbrachten 2. Vorsitzende Lena Aschenbrenner und weitere Vereinsmitglieder.
Die Musik, „so wie sie im Woid dahoam is“, ist eine große Leidenschaft des Jubilars. Xaver Eckl singt gerne und tut das auch oft bei einem gemütlichen Beisammensein, z. B. nach den Monatsversammlungen oder bei Stammtischen, wo sich eine Gelegenheit dazu bietet. Er ist noch einer der wenigen, der so manches alte, bodenständige Heimatlied auswendig singen kann und so vor dem Vergessen bewahrt.

